Das Engagement des CVJM RT bei Hilfsprojekten
Der CVJM Reutlingen sammelt seit 40 Jahren mit seinem Mitarbeiterteam an allen Adventsamstagen auf dem Markplatz mit einem Sammelstand vor dem Haupteingang der Kreissparkasse für Projekte von Brot für die Welt und für den CVJM Weltdienst.
Ausgehend von einem entwicklungspolitischen Seminar vom Amerikahaus auf dem Schachen kam 1968 die Idee auf, für Entwicklungsprojekte eine öffentliche Sammlung zu organisieren. Der damalige CVJM Sekretär Paul Hof und einige Mitarbeiter stellten einige Bauchläden her zum Sammeln für Projekte von Brot für die Welt und den CVJM Weltdienst. So konnte man mit freien Händen über den Markt gehen und Menschen ansprechen.
Seit 1971 leitet und organisiert Günther Digel, 1. Vorsitzender des CVJM Reutlingen bis 2008, die Aktion.
Ein Marktstand wurde konzipiert, der immer wieder verschiedene Standorte im Marktbereich hatte, vor der Württembergischen Bank, der Landesgirokasse und am häufigsten bei der Kreissparkasse. Auf diesem Marktstand sowie bei den Bauchladen-Verkäufern wurden symbolisch Reissäckchen verkauft. Später kamen Waren aus dem fairen Handel dazu, bezogen über die ev. methodistische Kirche mit Frau Blessmann, die einen Teeladen an der Echaz betrieb. Ab 1974 wurde das Angebot ergänzt durch 200 gr Brotlaibchen, die von Reutlinger Bäckern gebacken und von CVJM Gruppen freitagabends nach der Backschicht verpackt wurden. Auch eine kleinere Bäckerei hatte einmal zugesagt. Da es dann 800 Laibe werden sollten, hatten die Bäcker ganz schön gestöhnt, aber zugesagt war zugesagt. So saß man dann nach dem Abpacken im Kreis der Bäcker zusammen. In diesen Jahren wurden meist jeweils ca. 1000 Brote verkauft. Zeitweilig gab es auch noch Leberkäswecken und Glühsaft. Als neues Produkt lösten dann 1978 die Erdnusspäckchen langsam die Brote ab. Seit es den Reutlinger Weltladen gibt, beziehen wir von dort fair gehandelte Waren und ab 1981 gab es die ersten Christrosen, die heute nicht mehr weg zu denken sind. Den alkoholfreien Glühsaft gibt es immer noch.
Projekte, die für den CVJM Württemberg von uns unterstützt wurden, waren vor allem Lehrlingsprojekte an verschiedenen Orten in Nigeria. Das evangelische Jugendwerk in Württemberg baute 1968 erstmals in Kaduna eine Mechanikerwerkstatt mit Lehrlingsheim auf und finanzierte den ersten CVJM Bruderschaftssekretär Fritz Mast. Dies war in der Millionenstadt ein einmaliges Ereignis. Seither beteiligte sich auch der CVJM Reutlingen durch seine Sammlungen an diesem Projekt. Nachher wurden Obi mit dem Landwirtschaftszentrum, Kano mit dem Jugend- und Kommunikationszentrum auch für Behinderte und dann Bauchi mit dem Schreinerlehrlingsheim mit Spenden versorgt. Familie Elwert aus der Auferstehungskirchengemeinde hatte dort 5 Jahre in der Werkstatt Leitungsfunktionen inne. Die Flüchtlingshilfe im Sudan wurde ebenfalls unterstützt vom CVJM Weltdienst und von Brot für die Welt. Da das CVJM Zentrum in Kaduna und viele Kirchen im Rahmen der Miss World Wahlen gewaltsam zerstört wurde, sollte ein Neubau erstehen. So wurde die Bitte auch an den CVJM Reutlingen heran getragen, dieses Vorhaben neu zu unterstützen, was der CVJM auch in den letzten Jahren gemacht hat.
Für Brot für die Welt wurden aus den Projektheften in allen Regionen der Welt Projekte ausgewählt, deren Nachhaltigkeit an vielen Stellen dokumentiert ist. So ist es auch gelungen, im Rahmen der 30. CVJM Aktion den Eröffnungsgottesdienst der württembergischen Brot für die Welt Kampagne in die Marienkirche zu holen. Vom Diakonischen Werk erhalten wir schon von Beginn an Materialien für die Aktionen und die schönen Jahreskalender, ein ökumenisches Projekt von Brot für die Welt und Misereor.
Im Laufe der Jahre wurden 20 000 Brotlaibchen und etwa 3 Tonnen gespendete Erdnüsse verkauft, über 500 l Glühsaft und mehr als 100 000 Christrosen. CVJM Gruppen und auch einige Konfirmandengruppen aus der Jubilatekirche in Orschel-Hagen und aus der Betzinger Mauritiuskirche waren schon seit Beginn der Aktion dabei.
Seit 1995 sind weitere Konfirmandengruppen der evangelischen Gesamtkirchengemeinde hinzugekommen und seit 2000 sind es sogar 7 Konfirmandengruppen, die an der Aktion beteiligt sind. Der CVJM und die Pfarrer bereiten die Konfirmanden jeweils auf die Aktion vor. Sie machen dann an einem Adventsamstag eine Sammel- und Verkaufsaktion an einem Lebensmittelmarkt im Bereich ihrer Gemeinde. Seit 1980 steht im Lehrerzimmer der Theodor-Heuss-Schule ein Bauchladen offen für die Sammlung, später sind weitere Schulen dazugekommen.
Allein von 2001 bis 2007 sind durch die Arbeit des CVJM Reutlingen über 25000.- € für die Projekte bei Brot für die Welt gesammelt worden und seit Beginn der Aktionen kann man auf die stolze Spendensumme von über 200 000.- € zurückblicken!


