Bericht vom Jungscharzeltlager 2011
Es ist Freitagmorgen und der bisher noch verwaiste Lagerplatz in Erpfingen wartet auf die Bewohner der nächsten 9 Tage. Um Punkt elf Uhr ist es soweit, der Bus aus Reutlingen ist da und öffnet seine Türen. Schlagartig ist es vorbei mit der Stille auf dem Platz. 42 Mädchen und Jungen von 9 bis 13 Jahren steigen schwatzend aus dem Bus und werden von ihren Mitarbeitern begrüßt. Nach einem kurzem Begrüßungsspiel und dem offiziellen Startschuss kann es losgehen: die Zelte werden bezogen und der Lagerplatz erkundet. Spätestens am Nachmittag verlieren die letzten Kinder ihre anfängliche Schüchternheit und meistern gemeinsam knifflige Aufgaben an verschiedenen Stationen. Vom ersten Regenschauer lässt sich niemand wirklich beeindrucken, fix werden die Regenjacken ausgepackt und weiter geht’s. Immerhin bleibt es bei der Nachtwanderung trocken. Am nächsten Tag warten erlebnisreiche Angebote wie z.B. Voltigieren, Selbstbehauptung, Cocktails mixen oder Kajak fahren auf die Kinder. Zum Abschluss des Tages gibt es ein riesgengroßes Lagerfeuer. Bei herrlichem Sommerwetter werden die Kinder beim Geländespiel am Sonntag zu Siedlern: die Suche nach Rohstoffen ist eine Herausforderung und wird zudem durch gemeine Raubritter erschwert. Am Ende schaffen es aber alle Mannschaften verschiedene Straßen und Siedlungen zu bauen. Als Belohnung für die Anstrengungen wird am Abend gegrillt und es gibt leckere Würstchen für alle. Auch am Tagesausflug gönnt sich die Sonne keine Pause und so kann problemlos gewandert werden.
Am Zielort angekommen, gibt es eigens für unsere Gruppe eine aufregende Falkenshow. Spannendes wird über die anmutenden Vögel erklärt. Einige Kinder sind besonders mutig und trauen sich sogar nach der Vorführung, einen der Vögel auf den Arm zu nehmen. Noch von der Vorführung begeistert, fällt es nicht schwer, den Weg zum Lagerplatz zurückzulegen. Am nächsten Tag ist Kreativität und Geschicklichkeit gefragt: Es wird gebastelt und gewerkt und dabei so mancher Künstler entdeckt. Da es nun schon den dritten Tag sehr warm ist, überraschen die Mitarbeiter die Kinder spontan mit einer Wasserschlacht. Mit Wasserbomben und Wasserspritzen wird wild um sich geschossen und kaum jemand kann sich ins Trockene retten. Noch aufgedreht von der Wasserschlacht wird die freie Zeit genutzt um gemeinsam Völkerball zu spielen. Am Abend putzen sich alle heraus und machen sich schick, um Eintritt zum Casino zu bekommen. Im Casino wird knallhart gezockt und das verdiente Geld im Anschluss für Cocktails in der Disko ausgegeben. Natürlich wird in der Disko auch das Tanzbein geschwungen und der ein oder andere muss am Ende beinahe gezwungen werden, ins Bett zu gehen.
Sportlich geht es am darauffolgenden Tag her: Völkerball- und Fußballturnier stehen auf dem Plan. Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und schon nach kurzer Zeit müssen die Turniere aufgrund des Regens abgebrochen werden. Plötzlich sind alle Wäscheleinen belegt. Aber auch in den Zelten kann bei Regen gemeinsam gespielt, gemalt, gesungen oder einfach nur geredet werden. Immerhin werden nachmittags noch die Sieger für Tischtennis-, Tischkicker- und Dartturnier gekürt. Am Abend wird das große Gemeinschaftszelt zum Kino umfunktioniert und gespannt den Zeichentrickfiguren zugeschaut, die über die Leinwand flimmern. Am siebten Tag packt eine der Mitarbeiterinnen ein schweres Schicksal: Sie verliert ihre Stimme. Damit der Druide einen Trank zur Heilung brauen kann, machen sich die Kinder auf und stellen sich beim Geländespiel komplizierten Aufgaben, um die magischen Zutaten zu sammeln. Der Trank heilt am Ende nicht nur die Mitarbeiterin, sondern schützt alle Kinder davor, ebenfalls ihre Stimme zu verlieren. Abends kann zur Freude aller Fußballbegeisterten sogar das Fußballturnier wieder aufgenommen und beendet werden. Am Freitagnachmittag wird die Zeit zur Vorbereitung des Bunten Abends genutzt.
Bei so viel Programm vergeht die Zeit wie im Flug und, ehe man sich versieht, ist der Vorabend der Abreise. Ein Feuerwerk an Programm gibt es zum Abschluss. Erstklassige Sänger treffen auf begnadete Komiker, auch die Mitarbeiter werden nun von den Kindern vor knifflige Aufgaben gestellt. Zum Schluss ernten die Mitarbeiter der Küche tosenden Applaus für 9 Tage kulinarischer Hochgenüsse. Mindestens so viel Applaus hat das gesamte Team verdient, das diese wunderschönen Tage erst möglich gemacht hat! Am Samstag dürfen dann die Eltern kommen, es wird eifrig gezeigt und erklärt, was in den vergangenen Tagen erlebt wurde. Gemeinsam feiern wir einen Abschlussgottesdienst. Dann ist es Zeit sich zu verabschieden, die Kinder reisen ab und schnell kehrt Ruhe ein auf dem Lagerplatz. Die Zelte müssen noch abgebaut und aufgeräumt werden. Zum Glück werden die erschöpften Mitarbeiter von einigen freiwilligen Helfern unterstützt. Am Nachmittag ist alles geputzt und verstaut; es scheint fast so, als hätte nie ein Zeltlager stattgefunden. Was bleibt, sind die schönen Erinnerungen an unvergessliche Tage in Erpfingen!
Geli Schmitz





